Aktionismus ist keine Leistung
Von • 2. Januar 2026

Aktionismus ist keine Leistung – wie Führungskräfte sinnvoll mit Minderleistung umgehen
In vielen Unternehmen wird Aktionismus fälschlich mit Effizienz, Produktivität oder Fleiß verwechselt. Doch hektisches Tun bedeutet nicht automatisch gute Arbeit. Oft dient Aktionismus sogar der Anstrengungsvermeidung – aus persönlichen Gründen oder individuellen Mustern, die weit über den Arbeitsplatz hinausreichen können.
Auch ein weiteres Phänomen beeinflusst die tatsächliche Leistung: Sozial Loafing. Je größer die Gruppe, desto geringer wird häufig die individuelle Anstrengung. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern entsteht dann, wenn persönliche Anreize fehlen – etwa Anerkennung, Gestaltungsspielraum oder Entwicklungsperspektiven. Geld gehört ausdrücklich nicht zu den langfristig wirksamen Motivatoren.
Wenn Aktionismus Minderleistung kaschiert
Führungskräfte stehen vor einer Herausforderung, wenn Mitarbeitende gleichzeitig durch Minderleistung auffallen und durch sichtbaren Aktionismus versuchen, Engagement zu signalisieren. Erschwerend kommt hinzu: Manche scheinen innerlich gekündigt zu haben, obwohl das Arbeitsergebnis formal noch „mittlerer Art und Güte“ entspricht.
Weder Ignorieren noch vorschnelles Beenden eines Arbeitsverhältnisses sind hilfreiche Optionen. Zuschauen erzeugt Unzufriedenheit im Team – und verschärft das Problem.
Der wirksamste Schritt: das Gespräch suchen
Der einzige zielführende Weg ist das
offene, wertschätzende Gespräch.
Führungskräfte können im Dialog klären:
- Was beschäftigt die Mitarbeiterin oder den Mitarbeiter?
- Welche Verantwortung könnte wieder motivieren?
- Welche Unterstützung wäre hilfreich?
- Welche persönlichen Anreize stärken Engagement?
Wichtig ist dabei eine Gesprächsführung auf Augenhöhe – nicht von oben herab, sondern durch Austausch in der Ich-Perspektive, begleitet von echtem Zuhören.
Gesunde Führung braucht gesunde Gesprächsführung
Die Ursachen von Aktionismus oder Minderleistung sind so individuell wie die Menschen selbst. Entsprechend individuell müssen Lösungen entwickelt werden.
Führungskräfte, die die Kunst gesunder (Gesprächs-)Führung beherrschen, schaffen die Grundlage dafür, Motivation zu stärken, innere Kündigung aufzuheben und Arbeitsbeziehungen wieder tragfähig zu machen.
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