Führung bedeutet, Ziele zu erreichen – mit Menschen, nicht über sie hinweg. Doch bevor Führungskräfte andere führen können, müssen sie lernen, sich selbst gesund zu führen. Wie es in „Die Kunst gesunder Führung“ (ISBN 978-3-407-36636-8) heißt: „Je kompetenter wir darin sind, gesund mit uns selbst umzugehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir es auch mit anderen können.“
Selbstführung ist Mikroführung
Selbstführung ist die kleinste Form der Führung – und zugleich ihre Basis. Sie umfasst weit mehr als Disziplin, Ernährung oder Zeitmanagement. Gesunde Selbstführung bedeutet, Gedanken, Emotionen und Haltungen bewusst zu steuern, um innere Stabilität zu bewahren – auch in herausfordernden Situationen.
Diese Fähigkeit ist heute wichtiger denn je:
In einer Arbeitswelt, die von Beschleunigung, Unsicherheit und Veränderung geprägt ist, brauchen Führungskräfte eine stabile innere Mitte.
Innere Stabilität in einer agilen Arbeitswelt
Gesunde Selbstführung hilft, mit der zunehmenden Instabilität moderner Arbeitswelten umzugehen. Sie befähigt Führungskräfte, Widerspruch und Widersprüche auszuhalten – ein entscheidender Faktor in flacheren Hierarchien und agilen Teams, in denen kontroverse Meinungen offen geäußert werden.
Führung heißt hier: akzeptieren, moderieren und orientieren, ohne den eigenen Halt zu verlieren.
So entsteht die Fähigkeit, auch in stürmischen Phasen klar und empathisch zu bleiben.
Ein treffendes Bild liefert die Flugsicherheit:
„Zuerst die eigene Sauerstoffmaske anlegen, dann anderen helfen.“
Im übertragenen Sinn entsteht dieser „Sauerstoff“ im Führungsalltag durch bewusstes Selbstmanagement und eine klare innere Haltung.
Gesunde Selbstführung stärkt Gesundheit und Beziehung
Wirksames Stressmanagement, klar gesetzte Prioritäten, Achtsamkeit und Selbstreflexion sind zentrale Elemente gesunder Selbstführung. Sie fördern nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern wirken sich positiv auf Teamklima, Motivation und Vertrauen aus.
Führungskräfte, die in ihre Selbstführung investieren, stärken damit auch die Gesundheit und Leistungsfähigkeit anderer.
Selbstführung kann man lernen
Gesunde Selbstführung ist keine Frage des Charakters, sondern eine lern- und trainierbare Kompetenz. Coaching, Supervision oder Führungskräftetrainings unterstützen dabei, innere Stabilität und Selbstwahrnehmung zu entwickeln.
Wer sich selbst gesund führt, führt andere wirksamer, empathischer und nachhaltiger – und schafft so die Grundlage für eine gesunde und resiliente Organisation.